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»Wir müssen den Mut haben, auch in schwierigen Zeiten neue Wege zu gehen.«

Irmgard Neuß,
Leiterin Familienbildungsstätte Dülmen und Mehrgenerationenhaus Dülmen







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Großes Interesse an der 1. Intergenerativen Fachtagung in Dülmen

Info vom 9. Juni 2016 / Bericht: Stadt Dülmen

Fachtagung

Über ein „volles Haus“ freute sich Irmgard Neuß, Leiterin der Familienbildungsstätte (FBS), als sie am Donnerstag, 09. Juni die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „1. Intergenerativen Fachtagung“ St. Barbara Haus begrüßte. Über 90 Gäste aus sozialen und kirchlichen Einrichtungen, aus Politik, Verwaltung und Verbänden waren der Einladung gefolgt. „Miteinander statt nebeneinander: Neue Wege des intergenerativen Arbeitens in Bildung, Pastoral- und Sozialraum“ lautete der Titel der ganztägigen Veranstaltung.


Dafür, dass diese Fachtagung ausgerechnet in Dülmen und nicht in Berlin, München oder Hamburg stattfinde, gebe es einige gute Gründen, betonte Irmgard Neuß. So gebe es in Dülmen in den vergangenen acht Jahren ein hohes Interesse an generationsübergreifenden Themen, woraus letztlich auch die Idee des Intergenerativen Zentrums (IGZ) erwachsen sei, das Kirche und Stadt gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern, u.a. mit der Regionale 2016, entwickelt haben. Mit ihren landesweit viel beachteten Fortbildungsangeboten „Generationenlotse und Intergenerative Fachkraft“ sowie dem Projekt „Jugendliche begleiten Senioren“ ist die FBS Dülmen schon lange federführend in der intergenerativen Arbeit unterwegs. Was da näher, als zum 60. Geburtstag der Einrichtung in diesem Jahr eine große Tagung zum Thema anzubieten?

„Als Bürgermeisterin kann ich  nur froh und stolz sein, dass es in unserer Stadt so viele kompetente und engagierte Menschen gibt, die sich für die Entwicklung unseres Intergenerativen Zentrums und für das Miteinander der Generationen einsetzen“, betonte Bürgermeisterin Lisa Stremlau bei der Begrüßung. „Ich bin zuversichtlich, dass unser IGZ, wenn es einmal fertig ist, große Strahlkraft und Signalwirkung haben wird“, unterstrich auch Pfarrdechant Markus Trautmann von der katholischen Kirchengemeinde St. Viktor.

Dass es heute alles andere als selbstverständlich ist, dass junge und alte Menschen miteinander in Kontakt kommen, wurde beim ersten Impulsvortrag von Prof. Dr. Jörn Dummann von der Fachhochschule Münster deutlich. Zwar hatte Dummann seine Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen müssen, doch die Gäste konnten den Mitschnitt eines früheren Vortrags von ihm auf einer großen Leinwand verfolgen. „Nur jeder zehnte Mensch zwischen 21 und 29 Jahren hat einmal pro Woche Kontakt zu einem Menschen über 60“, erläuterte Dummann darin. Dies sei dramatisch, da Menschen unterschiedlicher Generationen so viel voneinander lernen könnten.

Interessante Einblicke in das Leben der Generationen in Japan gab anschließend Prof. Dr. Yasuyuki Sugatani, der aus Osaka nach Dülmen gekommen war, um zur intergenerativen Arbeit zu forschen und die Tagung mitzugestalten. Er überraschte seine Zuhörer mit einer erstaunlichen Zahl: „In Japan leben derzeit 60.000 Menschen, die 100 Jahre oder älter sind.“ Die Lebenserwartung sei dort sehr hoch, so Sugatani, der als Linguist eigentlich auf die Sprachentwicklung bei Demenzerkrankten spezialisiert ist. Er berichtete unter anderem von einem Forschungsprojekt, bei dem Kindergartenkinder und Menschen mit Demenz durch die Arbeit mit Musik und Bilderbücher miteinander in Kontakt gebracht worden sind. Am Nachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung die Gelegenheit sich in verschiedenen Workshops intensiv mit Praxisbeispielen der intergenerativen Arbeit zu beschäftigen. Durch den Tag führte Erik Potthoff als Moderator.